Fragen und AntwortenGas/Ölkessel mit Rücklaufanheb. u. Puffer sinnvoll
420 antwortete vor 17 Jahren

Ich weiß wohl, das Gas nicht alterativ ist. Aber eine Rücklaufanhebung beim Gaskessel könnte doch eine alternative Lösung sein oder?

Ausgangssituation:
Gastherme mit Puffer z.B. 1.000 Liter und Friwa

Normaler Weise ist es doch so, das die Gastherme anspringt, wenn der Puffer auf eine bestimmte Temperatur runter gefahren ist. Das gerade erhitzte Wasser heißt den Puffer auf.

Wäre es da nicht sinnvoll eine Rücklaufanhebung zu realisieren? Das würde doch bedeuten, dass das Wasser erst in den Puffer gehen würde, wenn z.B. 70 Grad erreicht worden sind. Etwas kaltes Wasser würde nachlaufen und die Temperaturunterschiede wären nicht so hoch. Gerade in der Startphase des Gasbrenners wäre es doch für die Gasheizung und deren Abgaswerte von Vorteil oder?

Denke ich total verkehrt? Wie ist euere Meinung?

Grüße Franz



11 Antworten
ESBG antwortete vor 17 Jahren

Ist es ein Gasstandkessel (De-Dietrich oder Vaillant oders so)
mit einem Gußblock und einem atmosphärischen Brenner (ohne Gebläse)?

In der oben geschilderten Konstellation mit einem derartigem Kessel ist es sicher von Vorteil eine RLA zu verwenden.
Wenn dies der einzige WE (Wärmeerzeuger) ist dann würde ich über eine Teilaufladung des Puffers nachdenken – etwa nur das obere Drittel- damit ich für die FRIWA ständig eine entsprechende Vorratsmenge habe und nur bei Heizbetrieb auch einen größeren Teil des Puffers mitheizen.

Merke! “ Jederzeit auf Knopfdruck verfügbare Wärme erzeugt man erst wenn sie braucht!“ denn solange das Gas in der Leitung ist hat man keinen Verbrauch und keine Verluste, sobald es verbrannt und in Wärme umgewandelt ist sind mindestens 10 bis 15% Verluste fällig!

Soll zu dieser Konstellation später ein HV hinzukommen oder bleibt diese Anordnung?

MfG Hannes / ESBG

420 antwortete vor 17 Jahren

Hallo Hannes,

bei mir ist es eine Vailant VKS 15E Bj 1992 und mein Schichtenspeicher mit FriWa wird auch zu 1/3 aufgeheizt. Von der Seite ist es schon ok.

Meine Überlegung zielte dahin, dass nicht immer so kaltes Wasser abruppt zur Gastherme kommt, sondern ggf. besser per Mischer auf eine bestimmte Rücklaufanhebung zugemischt wird und nur Wasser wieder abgegeben wird, dass auch 70 Grad hat. Ähnlich wie beim Laddomat oder bei einer Mischersteuerung.

Wäre das für den Kessel nicht schonender und für die Umwelt besser? Würde so eine Steuerung nicht weniger Energie verbrauchen? Und wenn dann der Puffer zu 1/3 aufgeheizt ist, könnte man ja noch die Pumpe 10 Sekunden nachlaufen lassen,Rücklaufanhebung ausschalten, damit das restliche heiße Wasser aus dem Kessel gezogen wird.

Sinnvoll?

Grüße

Franz

Rhoenheizer antwortete vor 17 Jahren

Hallo 420
Warum willst du den Kessel schonen?
Wenn es ein Gußkessel ist steckt der das kalte Wasser locker weg und du hättest nicht den Energieverlust durch eine RLA.Wenn es natürlich gedacht ist gleichzeitig eine längere Laufzeit zu haben(Pufferladung),könnte es schon sinnvoll sein.
Mein HB hat mal gesagt das unser Öler(buderus 1991,21kw) noch mal locker 20 Jahre hält und der arbeitet ja genauso wie dein Gaskessel.

ESBG antwortete vor 17 Jahren

Wenn man den Gaskessel ohne RLA an einem Puffer betreibt wird es wohl diverse Probleme geben.

Die Kesselpumpe wird wohl ein vielfaches der erforderlichen Menge bewegen und damit wird der Puffer nur gaaaaanz langsam erwärmt aber dafür komplett, ob dies im Sinne von Energiesparen liegt sei dahingestellt!

juergen antwortete vor 17 Jahren

Hallo ESBG,
da ja viele ihren Öler /Gas noch als Resserve/Not.. etc haben und natürlich auch den HVK und das ganze doch je nach dem schalten sollte man also darauf achten, wenn der Nichtholzkessel in Betrieb ist sollte man sich überlegen mit Puffer oder nicht nach Deiner Aussage. Wenn mit Puffer sollte eine RLA zusätzlich oder nachträglich eingeflochten werden.

Ich glaube das wäre für einen extra Thread vorne sehr wichtig dies mal ein zu stellen.
Könntest Du ESBG dies einmal im ATMOSforum eröffnen. Ich kann mir denken das viele das nicht wissen oder versuchen abzuwerten.

420 antwortete vor 17 Jahren

Ja Jürgen,

genau das war meine Frage. Ist eine Rücklaufanhebung beim Gaskessel (mit Pufferbevorratung) sinnvoll?

Und so wie es scheint, wäre so eine Rücklaufanhebung gerade bei einer Pufferteilladung mit Gas oder Öl gut und energiesparend.

Grüße

Franz

juergen antwortete vor 17 Jahren

Hallo Ihr „Berufs Heizungsbauer“ User,

was sagt Ihr denn zu dieser Angelegenheit? Ist diese Sache für euch vollkommen Neu oder nicht beachtet oder…..

Monty antwortete vor 17 Jahren

Hallo 420,

Ich bin kein Heizungsfachmann, würde aber gefühlsmäßig davon abraten. Meiner Meinung ist bei Gas die Energie direkt vorhanden. Ein Öler braucht eine Mindestlaufzeit bzw. je länger die Laufzeit umso besser der Wirkungsgrad.
Deshalb ist meiner Meinung nach eine Pufferladung mit Gaskessel nicht sinnvoll.
HV und Öler sind Volllastkessel.

Gaskessel sind in meinen Augen wie große Durchlauferhitzer.

420 antwortete vor 17 Jahren

Hallo,

@Monty
auch wenn der Gaskessel ein Durchlauferhitzer ist, fährt er doch wohl unter Vollast oder? Und mit der Rücklaufanhebung dachte ich an die Effektivität. Es muss natürlich nicht sein, da es wohl materialmäßig nicht so gravierend ist, wie bei einem HV, der ohne Rücklaufanhebung nicht sehr lange leben wird.

weiterer Gedankengang:

Mein Gaskessel ist, wie auch viele Öler, an einem Puffer angeschlossen. Dabei zieht er im Rücklauf immer von unten – ich schätze mal, wie bei so vielen. Besser wäre es, wenn ich manuell steuern könnte, von wo er ziehen soll. Meine Steuerung sagt wohl, wenn 1/3 beheizt ist, reicht es und stelle den Gaskessel aus. Im Winter heizt er dann z.B. 2/3 auf. Letztes 1/3 wäre für Solarerträge noch möglich.

Fragen:
Ist es nicht sinnvoller den Puffer auf mehr als 55 Grad zu erhitzen, da ich dadurch erheblich längere Taktungen erreiche? Im Sommer auch 2/3 des Puffervolumens auf z.B. 80 Grad zu erhitzen. Erst wenn die Steuerung sagt, oberstes Wasser reicht nicht mehr für 50 Grad FriWa aus, muss wieder geheizt werden.
Gibt es eine Tabelle oder eine Berechnungsmöglichkeit, was günstiger ist? Bessere Taktung (= höhere Pufferladung) oder geringere Pufferladung und damit auch geringere Pufferverluste?
Und dann wäre doch eine Rücklaufanhebung von Vorteil, da nicht ganz so viel Wasser durchmischt wird, wie ESBG schon schrieb. Was sagen denn die Fachleute?

Grüße

Franz

ESBG antwortete vor 17 Jahren

@Monty

Ein Gasstandkessel ist ebenso wie ein Öli oder HV ein Vollastkessel, eine Therme oder ein Brennwerter dagegen ist ein modulierendes Gerät welches seine Leistung entsprechend der VL/RL Temperaturdifferenz entsprechend anpasst!

Dadurch dass aber bei einer Konstellation Öli / Pufferspeicher die Temperaturdifferenz zwischen Kesselvorlauf und Kesselrücklauf nicht beinflussbar ist (ohne RL-Anhebegruppe) ist erstens mit erhöhter Schwitzwasserbildung (Taupunktunterschreitung) im Öli zu rechnen = Korrosionsfördend!
und andrerseits kein energietechnisch zufriedenstellender Betrieb erreichbar.

Wie 420 auf seiner Wunschliste anführt wäre eine RL Anhebegruppe sowohl für den Öli als auch für den HV erforderlich!
Mit einer guten Regelung /Steuerung und einem Umschaltmischer kommt man mit einer RL-Anhebegruppe für beide Kessel aus, wenn man nun noch einige Fühler am Puffer entsprechend einbindet und im Sommer nur für´s WW über die FRIWA nur den oberen Teil des Puffers aufheizt (ich sage mal etwa 1/3) hat man geringe Laufzeiten bei gutem Wirkungsgrad und minimierte Verluste aus dem Puffer.
Zusätzlich hat man (sofern eine Solaranlage vorhanden) alle Möglichkeiten diese zu einem hohen Anteil zu nutzen, da der untere Teil des Puffers nahe der Kaltwassertemperatur bleibt.

420 antwortete vor 17 Jahren

Hallo Jürgen,

kannst Du das Thema vielleicht ins ATMOSform verschieben? Dort wäre es, wie Du es schon kurz geschrieben hast, besser aufgeboen. Auch deshalb, weil viele HV mit Gas und/oder Öler laufen.

Grüße

Franz