Fragen und AntwortenPlattentektonik im 40 Gs
Bodo antwortete vor 16 Jahren

Liebe Gemeinde, verehrte Freunde des Waldes in Scheitlänge!

Drei Jahre sind um; Zeit für eine Bestandsaufnahme und allgemeine Mitteilung über den Zustand des Kessels und des Zufriedenheitsgrades des Eigentümers.
Wie viele von Euch habe ich vor 5 Tagen unter Anpassung der Farbe meines Aussehens an die Farbe des Füllraums die vorsaisonale Reinigung und Düsenflickerei betrieben.

Mir ist aufgefallen, dass im meinen 40 GS-Kessel die seitlichen Keramikteile des Füllraums nach Osten wandern, im letzten Jahr ungefähr 1 cm. Die rechten fallen hinter in die eiserne Einbuchtung, in denen sie sitzen; die linken stehen etwa denselben Betrag in den Raum hinein. Die Dichtschnur links oberhalb der Keramik löst sich in Wohlgefallen auf. Auf diese Art von Plattentektonik habe ich beim gelegentlichen Lesen des Forums noch keinen Hinweis gefunden, vielleicht suche ich auch nicht genug.
Ich vermute mal, dass die Geschichte keinen Einfluss auf die Gebrauchsfähigkeit hat, also bis auf die Dichtschnur eher kosmetischen Charakter hat. Der Kiefernteer wird das sich bildende Loch schon schließen. Falls jemand ähnliche Beobachtungen an seinem Kessel gemacht hat, würde mich das interessieren.

Die Düse sieht nach drei Jahren noch gut aus, ca. 1 cm abgefressen. Ich habe mir vom Neuzustand eine hölzerne Form gebastelt, die ich in das Loch einkeile und kitte jedes Jahr eine Schicht „Steinfest Feuerzement“ von Hornbach rauf, was fast wie original aussieht aber nur etwa 2 Monate hält. Danach löst sich der Zementring in seine Bestandteile auf. Ich glaube daran, dass mein Tun der Düsenerosion eine kleine Verzögerung beschert. Dauerhaft hilft es nicht, aber ich habe noch ein halbes Kilo davon. Das reicht noch drei Jahre, dann soll ja sowieso getauscht werden, laut Hersteller.

Die Keramikteile im unteren Brennraum sehen etwas mitgenommen aus, ca. 1 mm von der Oberfläche ist aberodiert, die rückwärtige Keramik ist gerissen und der Einsatz in der Tür weist etwa die doppelte Erosionstiefe auf. Dabei ist meine Abgastemperatur auf 250°C begrenzt. An übermäßiger Hitze kann es also nicht liegen.

In Anbetracht dieser Bestandsaufnahme beschleicht mich der Verdacht, dass es in 3 bis 5 Jahren mit einem Düsenwechsel nicht getan ist. Da wird wohl die komplette Keramikerneuerung anstehen.

Zu jeder Inventur gehören aber auch die positiven Dinge. Nachdem ich mit Hilfe dieses Forums gelernt habe, wie man mit dem Kessel klarkommt, läuft er eigentlich wie geschmiert. Ich höre jetzt unter Berücksichtigung von Wind und Wetter sowie Holzqualität und –art, wie er läuft und ob die Luftgemischstange richtig steht und bei welcher Temperatur die Luftklappe zugehen kann. Er trickst mich nicht mehr aus. Ich habe etwa 1/3 meines sonstigen Holzverbrauches eingespart. Da ich immer noch 40 rm Kiefern verheize, ist das eine gute Sache. Punkt.

Die Gemeinde der Vergaserfreunde wächst in unserem Dorf, allerdings vermehren sich dabei nicht die Atmos-Jünger. Aktuell sind wir immer noch zwei. Der letzte, dessen Anlage ich in Augenschein nahm, hat sich auch für vollautomatisches Heizen von Holz entschieden. Lambdaregelung, anheizen und anpassen an den Inhalt sowie Leistungsregelung erfolgen automatisch. Da braucht man nicht zu wissen, wie Vergasung funktioniert; der Besitzer hat von dem Thema keine Ahnung, wie ich so mitbekam. Ich kam mir vor wie ein Trabbifahrer, der sich noch selbst Zündung und Vergaser einstellen kann, der sich einen neuen Polo ansieht. Da kann man nicht mehr viel selbst dran machen, aber das Fahren ist halt bequemer, obwohl man nicht genau die Einspritzung funktioniert. Obwohl er doppelt so viel für den Kessel hingelegt hat, war ich beeindruckt und ein bisschen neidisch. Die Zeit schreitet halt voran.

Mal sehen, was uns die neue Heizsaison bringt.

Seit einem Jahr mal wieder

Bodo



Kessel 1: 40 GSE
Regelung: UVR 63 1.0
Puffervolumen: 4000
4 Antworten
Volli antwortete vor 16 Jahren

Hallo Bodo,

informativer Text amüsant geschrieben. Sehr schön .

Mein GS 40 hat noch kein Feuer gesehen. Wieviel Fläche beheizt du denn bei 40 FM Holzverbrauch? Dann kann ich schon mal mehr oder weniger Angst haben.

Grüsse

Volker

Bodo antwortete vor 16 Jahren

220 m² heize ich im Normalbetrieb, wenn die „Gästeseite“ des Hauses dazukommt, sind es 300 m². Bis etwa Null Grad reicht einmal anheizen, darüber muss ich je nach Bedarf nachlegen.

Bei Minus 20 in diesem Januar kam ich noch mit 2 Füllungen aus.

B.

Kessel 1: 40 GSE
Regelung: UVR 63 1.0
Puffervolumen: 4000
Volli antwortete vor 16 Jahren

Jetzt hab ich Angst.

Ich hab ca. 200 mittelmässig gedämmte m² und wollte eigentlich mit 25 Fm auskommen.

Na mal sehen was dabei rauskommt.

Grüsse

Volker

Bodo antwortete vor 16 Jahren

Meine Frau hats gern warm. Außerdem habe ich mehr Wald als beheizbare Fläche. Da kann ruhig was durch den Ofen.

Kessel 1: 40 GSE
Regelung: UVR 63 1.0
Puffervolumen: 4000