Fragen und AntwortenAsche entsorgen , Komposter oder Mülltonne ?
KUBISTRU_eV antwortete vor 12 Jahren

Autor Manfred_N » 06.09.07 14:04 «

Hallo Heizer
Wenn wir gerade bei Umwelthemen sind, wollte ich mal wissen wohin ihr die Asche entsorgt ?.
Bis jetzt hab ich in den Komposter gekippt. Aber aus jährlich 25 oder 30 Ster Holz verbrannte Asche in Gemüsegarten ist doch zuviel oder. Was meint ihr ?.
Schauts mal hier http://www.lwf.bayern.de/imperia/md/content/lwf-internet/veroeffentlichungen/lwf-wissen/14/lwf_wissen_14_06.pdf
Ein nachdenklicher Atmosheizer
Manfred

juergen » 06.09.07 14:16 «
Manfred, den Link den Du angegeben hast entspricht voll auch Unserer (Meine Frau und ich) Erkenntnis und Handlungsweise.
Wenn ich die Asche in den Aschekübel (bei uns nennt es sich Restmüll)entsorgen würde, muß ich für jede Entleerung einen Obulus von knapp 8 € zahlen.
Asche ist ein Rest Produkt der Bäume und gehört in die Natur zurück. Bei uns kommt entweder in den Komposter oder als Zwischenlage auf den Komposthaufen oder gleich auf die abgeernteten Beete in unserem Schrebergarten.
Gruß Jürgen

Daniel_W » 06.09.07 14:22 «
Komposter, aber nur wenn ich das „andere“ Anfeuerholz habe.
Zur Zeit habe ich genügent Holzkistchen die ich nehme. Allerdings sind dort Nägel, Klammern enthalten die ich nicht unbedingt im Komposter oder Garten habe möchte.
Es sei denn der Eisengehalt im Garten nimmt stark ab.
Gruß Daniel

Steffen » 06.09.07 14:29 «
Mahlzeit !
Ich hab vor 2 Jahren eine Reihe Tannen auf „Kopf gesetzt“, weil sie meine Kollektoren im Winter verschattet haben.
Kurz danach habe ich die Asche immer unter die Tannen geworfen (aus den Augen aus dem Sinn!).
Seitdem haben die Mistviecher wieder so ausgeschlagen, das sie die abgeschnittenen 2 Meter locker wieder kompensiert haben !Verschattung wieder da- abschneiden !
Den Rest kippe ich im Herbst auf die abgeernteten Hochbeete und grabe den etwaigen Rest im Frühjahr unter.
Blumenbeete bedanken sich ebenfalls mit voller Blütenpracht über Aschedüngung – nur unserer Heidelbeersträuche haben dies Jahr nicht so getragen wie in der Vergangenheit, aber ob da die Asche dran schuld war ?
Gruß Steffen

Klaus_S » 06.09.07 15:20 «
Asche kommt bei mir in die Biotonne.

KUBISTRU_eV » 06.09.07 16:23 «
Hallo Steffen,
bei den Heidelbeeren würde ich dies lassen da diese mehr einen sauren Boden brauchen. Aber sonnst steht dem versteuen im Garten sicher nichts im Wege.
Gruß Thomas

Raimund » 06.09.07 21:45 «
Hallo zusammen,
Asche gehört in die Restmülltonne oder dahin wo das Holz herkam. Hintergrund: Asche enthält nicht nur alkal. Düngestoffe wie z.B. Magnesium, Kalium und Calcium sondern eben auch Schwermetalle, wie Chrom, Cadmium, Blei, Zink, etc. Und in der Flugasche (Feinfraktion) sind die Gehalte um Potenzen höher. Besonders bei unvollständiger Verbrennung enthält Flugasche oder auch Ruß zusätzlich organische Schadstoffe, wie die hochgiftigen Dioxine/Furane oder PAK. Während im Brennholz die Schadstoffe nur in sehr geringen Konzentrationen enthalten sind, reichern sie sich durch den Verbrennungsvorgang in der Asche an (ein gewisser Rest geht auch durch den Schornstein). Am umweltschonendesten (nachhaltig) wäre es, würde man die Asche wieder in den Naturkreislauf zurück bringen und zwar genau dort wo man das Holz dem Wald entnommen hat. Dazu eine kleine Rechnung:
In einem mittleren Buchenwald können wir von etwa 5fm (= ca. 7-8 Ster) jährlichem Holzzuwachs ausgehen. Angenommen wir würden diese Menge auch jährlich entnehmen. Für einen Brennholzbedarf in üblicher Höhe von ca. 20 – 25 Ster würden wir den Zuwachs von 3 ha Buchenwald im Jahr verbrennen. Für einen geschlossenen Kreislauf müßte die Asche auch wieder auf die besagten 3ha Waldboden, d.h. auf 30.000 qm, ausgestreut werden. Nur so kann ich Überdüngung oder eine Schadstoffbefrachtung des Bodens vermeiden. Wer diese Aschemengen in seinem Garten verwerten will (größere Gärten sind vielleicht 500 qm groß), würde Jahr für Jahr eine 60-fache Überdosis an Schadstoffen ausbringen.
Dies war in der Vergangenheit die übliche Praxis bei vielen Kleingärten oder Bauerngärten. Und das Ergebnis sind schadstoffbelastete Böden, bei denen wir z.B. den Gemüseanbau vorsorglich einstellen mußten.
Also: Lieber ein paar EURO zusätzliche Müllgebühren, als die Umwelt unnötig belasten!
Grüße, Raimund
Holzheizer und Landwirt
(im 2. Leben Bodenschutzreferent in der Umweltverwaltung des Landes Baden-Württemberg)

Hartmut » 07.09.07 11:35 «
Hallo raimund
ein dankeschön, für die hervorragende aufklärung und präzisen
auskünfte ! eine bereicherung für das atmosforum.
so entwickeln wir uns vielleicht doch zu dem holzheizerforum im i-net vieleicht gibt es ja auch noch ein paar infos für uns,wenn in zukunft weitere biomassebrennstoffe auf den markt kommen.ich denke hier an presslinge aus stroh,raps und ähnlichen.da sie bekanntlich mehr asche und andere inhaltsstoffe haben.
der weg ist das ziel
MFG

Rick » 07.09.07 11:37 «
Wenn ich das richtig verstehe wird also auch von höherer Stelle das Dosierte Ausbringen von Asche empfohlen.
Wie immer zählt hier natürlich die Vernunft und Intellegenz des Einzelnen. Was mich betrifft so entsorge ich meine Asche teils im Komposter, direkt im Garten oder im Wald.
Sehr viel fällt allerdings auch nicht an. Über den Sommer kommt mal gerade mal ein 10 Liter Eimer zusammen.
Die Asche aus dem Rauchkanal entsorge ich zusammen mit dem Schornsteinruß über den Restmüll. Und das kostet nicht mal zusätzlich Geld weil meine Mülltonne meist recht fluffig gefüllt ist. Ich lass es einfach an den Rändern hineninrieseln. Es soll ja Leute geben die ihren Müll verdichten, so groß ist der Geiz aber bei mir noch nicht. Und sollte am Abholtermin noch Platz in der Tonne sein so wird dieser natürlich mit Asche gefüllt.

Manfred_N » 07.09.07 13:30 «
Ich danke Euch für die zahlreichen lehrreiche Antworten, danke Raimund für den ausfühlichen Bericht.
So habe ich wieder was dazugelernt. Die Aschemenge ist bei Atmosianern ja nicht so groß. Werde teils in den Komposter und Tonne entsorgen. Wichtig ist ja auch wo das Holz herkommt ?, da gibt es auch unterschiedliche Schadstoffeinträge.
NFG Manfred

juergen » 07.09.07 13:34 «
Danke Raimund für Deinen Bericht!
Ja wenn wir wüßten wo das Holz herkommt das wir nicht bei einem uns bekannten Händler holen sondern von Irgendwo. Da wird sehr viel Holz aus russischen Ländern importiert ebenso wie im AUgen



13 Antworten
rlux antwortete vor 12 Jahren

Ich habe einen großen Garten und da streue ich die Asche,
sofern keine Nägel oder sonstige Reste von Bauholz drin ist,
immer in den Garten.
Meine Erfahrung: Asche ist ein prima Dünger für Rasen und auch Gemüsebeet.
Gruß Reimund

Rick antwortete vor 12 Jahren

Wie wirkt sich die Asche auf deinem Rasen aus? Wachsen dann mehr Gänseblümchen? Oder das Gras schneller? Ich komm mit mähen eh schon nicht nach. Was ist wenn mann viel Moos auf der Rasenfläche hat? Wird das durch Aschestreuen besser oder eher noch mehr? Was hilft gegen das viele Moos?

juergen antwortete vor 12 Jahren

Sven gegen Moos hilft den Grasboden auflockern. Es gibt zwar auch Chemie, kommt aber bei uns nicht zum Einsatz. Ein Handgerät sieht aus wie eine Harke hat aber gekrümmte Messer die in den Boden einschneiden und wieder Luft ranlassen. Bei uns mit bestem Erfolg. Dies gibt es auch als Kombination mit Rasenmäher zusammen. Sinnvoll bei größeren Rasenflächen anwendbar.

rlux antwortete vor 12 Jahren
Rick:
Wie wirkt sich die Asche auf deinem Rasen aus? Wachsen dann mehr Gänseblümchen? Oder das Gras schneller? Ich komm mit mähen eh schon nicht nach. Was ist wenn mann viel Moos auf der Rasenfläche hat? Wird das durch Aschestreuen besser oder eher noch mehr? Was hilft gegen das viele Moos?

Der Rasen ist satt grün und wächst einfach gut.
Gegen Moos hilf es natürlich nicht.
Gegen Moos hilft am besten im Frühjahr mit dem Vertikutierer ordentlich ausdünnen, dann hat das Gras Luft zum Wachsen und das Moos wird weniger. Meist hast du Moos, wenn der Boden zu sauer ist. (zB. wenn du viele Fichten und Tannen in der Nähe hast)
Ein gutes Mittel gegen Moos ist Eisenperclorid (im meine so heißt das Zeug) Sieht aus wie Salz, wenn du das über das Moos streust wird es schwarz und stirbt ab.
Das Zeug habe ich aus Frankreich, in Deutschland habe ich das noch nicht gesehen.
Reimund

Rick antwortete vor 12 Jahren

Ein GALAbauer sagte mir, das auflockern nicht hilft. Ich streu jetzt erst mal etwas um den PH Wert anzuheben. Das Moos wird dann im Frühjahr bekämft.

juergen antwortete vor 12 Jahren

Bitte um Begriff Erklärung Sven: GALA Bauer.

Rick antwortete vor 12 Jahren

Garten und Landschaftsbau. GALAbau. Werde das abändern.

Manfred antwortete vor 12 Jahren

Moos wird weniger, wenn du dein Mäher die Rasenschnitthöhe um
eine stufe höher stellst, dann verstickt das Moos mit der Zeit. Zu Starke
Moosbildung kann bilden u.a. wenn man ständigt zu niedrig mäht.

Kessel 1: DC50GSE, PS 5200 ltr, Prim.KS40-1, Sec.LC, Start.ASU Timer, WT-Reinigunghebel
Kessel 2: Buderus G105U,17kw Öl,WWB 300 ltr.
Regelung: RLA Centra Mischer ZG 32
Puffervolumen: Gruß Manfred
KUBISTRU_eV antwortete vor 12 Jahren

Hallo ihr Hobbygärtner,
jetzt kommt der Fachmann (GALA- Bauer).
Wenn Moos im Rasen auftritt liegt es am niedrigen Ph- Wert des Bodens.
Wie Rick schon geschrieben hat sollte der Ph- Wert des Bodens angehoben werden.
Dies geschieht am besten mittels Branntkalk (Calciumoxyd).
Den Ph- Wert des Bodens mit Düngekalk oder mit Asche soweit zu verändern das sich der Wert anhebt scheitert zumeisst an der auszubringenden Menge.
Der Anwendungszeitpunkt ist in den frühen Wintermonaten am günstigsten.
Am besten dazu eignet sich ein handelsüblicher Düngerstreuer, mit dem einmal längs und eimal quer über den Rasen gefahren wird.
Bitte achtet darauf das Branntkalk sehr ätzend ist (Handschutz, Mundschutz, Brille).
Desweiteren sollten Hunde die Flächen einige Regenschauer später erst nutzen können.
Branntkalk gibt es am günstigsten beim örtlichen Landhandel (BayWa, BHG usw.). Gibt es manchmal auch granuliert.
Im Frühjahr muss das Moos dann nur noch abgeharkt werden da es sich bis dorthin vom Boden gelöst hat.
Grössere Fehlstellen können dann ohne weiteres nachgesäht werden.
Ich hoffe ich konnte euch weiter helfen,

Gruss
Thomas (GALA- Bauer)

Rick antwortete vor 12 Jahren

Mir wurde zu diesem Zweck Dolomit Kalk angeboten. Zum günstigen Winterpreis. Ich hoffe der erfüllt den gleichen Zweck.

juergen antwortete vor 12 Jahren

HALLO Thomas, Deine Angaben sind ja wirklich fachmännisch. Wir haben auch einige Stellen im Garten wir werden dies mal untersuchen und handeln.
Ich dachte Du kennst Dich nur im Bereich ab 3 m und höher über Erdreich aus mit Spezial Ausrüstung abgesichert.
Aber das Du auch für Dinge zuständig bist die wie denn nun ausgedrückt 20 cm unter Erdreich im Garten sich befinden macht Deine Tätigkeit ja noch interessanter!!!???

Rick antwortete vor 12 Jahren
macht Deine Tätigkeit ja noch interessanter!!!???

@Jürgen, brauchst du einen Teilzeitjob?

KUBISTRU_eV antwortete vor 12 Jahren

Hallo Rick,

bei Dolomitkalk handelt es sich um den sogenannten kohlensauren Kalk (Düngerkalk, CaCO).
Kann zur Moosbekämpfung natürlich auch eingesetzt werden, nur die Aufwandmenge ist um ein vielfaches höher.
Frage doch mal im Baufachhandel nach ungelöschten Kalk (CaO).
Die haben das in der Regel auch.
Da brauchst du nur einen Sack zu kaufen, der wird sicherlich reichen und dein Garten sieht nicht ewig aus als hättest ihn beschneit!

Gruß
Thomas