Fragen und AntwortenKategorie: PelletkesselAtmos D20P rostet und tropft
MatthsTrier antwortete vor 2 Monaten

Hallo liebe Leser,

seit ca. 6 Jahren waren wir mit dem ATMOS Pellets-Kessel D20P sehr zufrieden.

Leider seit paar Wochen gibt es etwas Wasser unter dem Kessel.

Nach genauer Kontrolle könnte ich eine Stellen finden, wo der Kessel durchgerostet

und sich mittlerweile eine Wasserspur gebildet hat.

In der Anlage sende ich Ihnen zwei Bilder von der Stelle. Durch leichtes kratzen mit einem Schraubenzieher könnte ich zwei Punkte in der Ecke, neben der Schweißnaht entdecken,

wo das Wasser raus kommt.

Auf der gegenüber liegenden Seite gibt es ebenfalls eine Wasserspur. Da ist das Loch aber noch so klein, dass das Wasser noch ausdünsten kann.

Meine Fragen an Sie:

Was würden Sie mir raten, ist es sinnvoll zu versuchen das Loch zu verschweißen?

Oder wäre es besser gleich einen neuen Kessel zu kaufen, weil womöglich bald einen andere Stelle durchgerostet wird?

Ist das normal, dass die Kessel nach so kurzer Zeit durchrosten?

Falls nein, ist das ein Garantiefall?

Es ist alles vorschriftsmäßig angeschlossen, mit Ladomat und Puferspeicher.

Würde mich über Ihre Erfahrung mit rostenden Pelletskessel freuen.

Viele Grüße

Georg



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Feueresel Schrieb vor 3 Monaten

Hi Georg, hängt an der Heizung auch eine Fußbodenheizung mit dran ?
Wenn der Kessel wirklich von der Wasserseite her durch rostet, könnte aggressives Heizungswasser dran Schuld sein, dass macht kein normaler Heizkessel lange mit.
Wenn die Kesseltemperatur nicht hoch genug gefahren wird und der Kessel – Endlüfter an der falschen Stelle eingebaut ist, bleibt zu viel Sauerstoff im Heizungswasser.
Hatte mal einen Nachbarn der meinte jedes Jahr seine Heizung mit frischen Wasser durch spülen zu müssen, als ich das hörte, war es leider schon zu spät. Infolge waren alle seine Heizkörper im oberen Bereich wie ein Sieb voller Löcher ;(
Am besten dagegen ist den Kessel ab und an mit 90°C zu fahren, da hört man am Endlüfter den überschüssigen Sauerstoff abblasen. 🙂
Zur Überbrückung gibt es diverse Dichtmittel fürs Heizungswasser, habe aber selbst damit noch keine Erfahrungen gesammelt, Bei Automotoren inkl. Kühler waren die sehr gut, auch über lange Zeit in Jahren. Wenn man im Sommer auf den Kessel verzichten kann, die betroffenen Stellen mal mit dem Hammer abklopfen, ob sich schweißen noch lohnt. Hatte 1976 meinen ersten Kessel neuen Buderus Juno, der hatte einen undichte Schweißnaht, die habe ich mit einer Chrom / Nickel / Elektrode geschweißt ohne das Heizungswasser abzulassen 🙂 Vorher die undichte Stelle mit einem Meißel zu gestemmt und die Schweißnaht drüber gelegt.

Viele Grüße
Bernhard

Damrath Georg Schrieb vor 3 Monaten

Hi Bernhard,

vielen Dank für Deine sehr ausführliche und kompetente Antwort.

An dem Atmos-Kessel hängt ein 700 Liter Puferspeicher und ca. 450 m2 Fußbodenheizung. Der Kessel ist nicht überdimensioniert und läuft im Winter bei den kältesten Tagen fast non-stop auf max. Temperatur ( 80 bis 90 Grad) und hat kaum Zeit zum abkühlen. Im Sommer natürlich würde kein Sinn machen den Ständig warm zu halten um dem Rosten vorzubeugen.

Ab und zu (ca. 1x in zwei Monaten), wenn der Druck auf 0,5 Atmospher sinkt, muss ich aber etwas Wasser nachfüllen, damit wider 1,0 At. sind.

Bin aber von dem Rosten ein bisschen überrascht.
Mein Vatter hat in den 70gern Jahren einen Stahlkessel bei einem örtlichen Schweißer bauen lassen. Das war eine offene Zirkulationsheizung ohne Pumpen und ohne Entlüfter. Geheizt würde mit Koks oder Kohle, bis man den 1991 durch einen Ölkessel ersetzt hat. Er war nicht durcherostet obwohl genug Sauerstoff durch die offene Bauweise in dem Wasser sein könnten. Ebenfalls die Stahlrohre sind in dem Haus bis heute noch nicht durchgerostet obwohl mit einem Niedertemperaturkessel geheizt wird. Nach meiner Meinung so ein Kessel müsste so gebaut werden, dass er den eventuell widrigen Bedingungen Stand hält.

Werde versuchen Deine Ratschläge bzgl. Schweißen und Abklopfen zu befolgen. Hoffe, dass ich bald einen Schweißer finde.

Vielen Dank und frohes neues Jahr 2019.
Georg

flugzeug2 Schrieb vor 3 Monaten

Hi,

ich würde den auch erstmal schweissen, aber auch eine größere Metallplatte über die Stellen setzten damits länger hält.

1 Antworten
MatthsTrier antwortete vor 2 Monaten

Das Problem (zuviel Sauerstoff im System) ist mir nur von alten Fussbodenheizungen bekannt.

Da wurden oft nicht diffusionsdichte rohre verbaut, wodurch recht viel Sauerstoff ins System kam (viel mehr als bei Schwerkraftsystemen, denn da ist die Grenzfläche Luft/Wasser doch sehr begrenzt).

Lösung in diesem Fall: Trennung des FB-Heizkreis vom Restsystem mit ext. Wärmetauscher