Fragen und AntwortenHolzvergaser im Niedrigenergiehaus?
Lambdasonde antwortete vor 16 Jahren

Ich habe eine Frage zur ATMOS Holzvergaser GSE Serie.

Ich habe ein Einbaubrochüre gefunden da ich nach den Minimummaßen für Abstände gesucht habe. Darin steht, dass das Gerät FRISCHLUFT benötigt.

Ein Niedrigenergiehaus wird andererseits „eher“ LUFTDICHT gebaut. Mit blower door test und n50 Wert. Mir kommt vor das passt irgendwie nicht so ganz zusammen.

Ich hab – ohne Keller – einen Haustechnikraum im EG. Vom Hörensagen (bekannter Bauherr mit NEH u. Holzvergaser im Keller) funktioniert der Holzvergaser nicht mit dem Raumluftunabhängigen Schornstein.

Stimmt das? Kann ich den GSE raumluftunabhängig (über raumluftunabhängigen schornstein betreiben)?



9 Antworten
klaena antwortete vor 16 Jahren

So direkt ohne Umbau geht das nicht.
Problem ist die Klappe an der Zuluft des Ofens die ja eine Sicherheitseinrichtung darstellt.
Du müßtest diese Klappe entfernen und könntest dann auf den Flansch eine Verrohrung zur Außenluft durchführen.
Als Sicherheitseinrichtung statt der Klappe müßte dann ein drehbare Luftklappe in die Verrohrung die von außen über den Zugreglers geschlossen werden kann. Statt Kette vieleicht einen steife Stange nehmen damit die Klappe zuverlässig auf und zu geht.
Fertig gibts das soweit ich weis nicht zu kaufen.
Bei so einem rauluftunabhängigen Betrieb werden allerdings alle anderen Tuningversuche ziemlich erschwert, fals man sowas später mal machen will.
Eventuell wäre die bessere Lösung den Technikraum luftdicht und gut gedämmt vom Rest zu entkoppeln, dann wäre der Vergaser zwar Raumluftabhängig, die Zuluft kann ja aber trotzdem über ein LAS kommen.
Wenn ich ehrlich sein soll wollte ich keinen Vergaser im Haus haben, maximal im Keller. Meiner steht im Keller mit Füllrichtung nach draußen in einen Anbau. Holz lässt sich so super ranschaffen und der Gestank und Dreck den es doch mal geben kann bleibt draußen.
Gruß Klaena

klaena antwortete vor 16 Jahren

Noch ne kleine Frage, welche Heizleistung brauchst du denn im Niedrigenergiehaus? Der 25KW scheint ja dem 23 KW, von den Abgaswerten und Füllraumvolumen, vorzuziehen zu sein.
Da kommen dann zum Vergaser noch 2000Liter Puffer dazu was ja alles im Technikraum untergebracht werden will. Wird dann also kein ganz so kleines Räumchen mehr.
Gruß Klaena

manter antwortete vor 16 Jahren

Wieviele qm kriegt das Haus?

Ich sehe das wie klaena, Zwangszu- und Abluft und fertig.
Entkoppeln? Naja, ich glaube es würde reichen die
Tür luftdicht zu machen.

Planst du Solar? Könnte sich bei dir lohnen.
Un zusammen mit einer Friwa wäre das bei HV und Neubau schon
fast ein Muß. Dazu ein e-Heizstab.

Was ich für Kaminfans und Besitzer von neuen Niedrigenergiehäusern sehr schön finde sind die Holzvergaser von Walltherm / Wallnöfer fürs Wohnzimmer.
Sind zwar kein Schnäppchen aber…

Die gibts auch extra gedämmt mit nur 2 kw raumseitig.

Gruß Manuel

Morschy antwortete vor 16 Jahren

Moin Moin,

Ich stimme Manter zu, warscheimlich ist ein Wasserführender Kaminofen der Raumluftunabhängig betrieben werden kann die einfachere Alternative.

Ein Nachteil ist natürlich, dass man das Holz ins Wohnzimmer schleppen muss.

Es gibt immer Für und wieder.

Gruß Morschy

Gutsch antwortete vor 16 Jahren

Hallo,

es gibt einen wasserführenden Kamin, der durch die Wand gebaut wird. Im Wohnzimmer das klassische Flammenbild und im Flur oder HWR die Klappen zum beladen/reinigen. Je nachdem an welchen Raum das WZ anschließt.
Verner 13/10
13 KW gesamt, davon 10 KW ins Wasser.
Es werden zudem zwei Räume geheizt, da 3 kW für einen Raum im Niedrigenergiehaus auch schon recht warm sein kann.
Es ist aber kein Vergaser, daher kein BAFA. Trotzdem eine sehr interessante Sache.

http://www.kotle-verner.cz/de/produkte/interieurkessel/verner-1310

Gruß,

Dirk-Rainer

manter antwortete vor 16 Jahren

Die Walltherm kriegen auch keine Bafa.
Zumindest findet man sie nicht in der Liste.

Aber angeblich nur 100 Grad Abgastemperatur und 94% Wirkungsgrad. Obs stimmt?

Gruß Manuel

Gutsch antwortete vor 16 Jahren

@manter
Auf der Baumesse in Hamburg, April 2009, hatte Walltherm Datenblätter und Tüv-Berichte zur Certifizierung des Wirkungsgrades. Schien zu stimmen, glaube nicht, dass eine renomierte Fa. so etwas faken würde. Von Abgastemperaturen hatte ich da noch keine Ahnung ;-), weiss also nicht, ob die auch mit certifiziert worden sind. Bafa kriegt der nicht, laut Aussage Walltherm haben sie den Kessel extra mit unter 15 kW angegeben, damit sie nicht diese Grenze überschreiten wegen Abnahme durch Schorni. (Von so etwas hatte ich damals auch keinen Plan.) Ansich würde der aber angeblich bis zu 17 kW bringen.

Fragt sich, ob durch die Angabe einer geringeren Soll-Leistung der Wirkungsgrad und die Abgastemp. erreicht werden.

Gruß,

Dirk-Rainer

manter antwortete vor 16 Jahren

@ Gutsch:
Nein nicht gefälscht. Der packt die 94% schon.

Aber im wahren Leben wird der noch weiter nach unten abweichen als bei unseren Atmos-Kesseln. Er hat kein Gebläse. Ist da z.B. der Schornsteinzug mal massiv zu niedrig, dann macht sich das stärker bemerkbar als bei einem Gebläsekessel.
Das ist aber bei jedem so, auch bei Gast (die auch Vergaser-Heizeinsätze für in den Kamin machen).

Ich wollte andeuten, dass man nicht mit 94% rechnen soll.

Gruß Manuel

Lambdasonde antwortete vor 16 Jahren

Hallo,

bei Passivhäusern gibt es den Begriff „Raumluftunabhängig“ nicht.
Ich habe einen Unterdruckwächter (LUC von Leda.de) entwickelt und beim TÜV Süd inkl. DIBT-zertifizierung zur Serienreife gebracht.
Es ist unabdingbar, dass die Lüftungsanlage bei Unterschreitung des Unterdruckniveaus von 4Pa abgeschaltet werden muss.
Eigentlich müsste die Lüftungsanlage bei Unterschreitung dieses Wertes das gesamte Wohnhaus in einen Überdruck überführen, aber das in der nächsten Verordnung ab 2014.

Hintergrund ist:
Die Türdichtungen sind auf Dauer nicht so dicht, dass trotz „Raumluftunabhängigkeit“ Abgase in den Aufstellraum gesogen werden können.

Harald