Hallo,
wer kennt sich etwas mit Naturzugkesseln aus?
Mein Kollege hat seit 2 Jahren einen Vissmann Vitolig 100.
Bevor er ihn gekauft hatte, habe ich ihm für sein Einfamilienhaus (150m² Wohnfläche) einen DC30GSE mit 2000l Puffer empfohlen. Auf Anraten seines Heizungsbauers hat er sich aber einen solchen 14,9 kw Naturzugkessel gekauft.
Jetzt ist er total unzufrieden, da er derzeit täglich 10x nachlegen muss. Er hat zwar auch nur einen kleinen Puffer, aber den kriegt er sowieso kaum voll.
Heute hat er mir seinen Holzverbrauch mitgeteilt: angeblich ca. 0,75 m³ Fichte pro Tag. Das wäre fast 3x soviel wie ich für 240 m² brauche (DC30GSE, 2 Füllungen a 130 dm³).
Sein Heizungsbauer konnte (wollte?) ihm nicht weiterhelfen.
Da ich der Meinung bin, das da was nicht stimmen kann, möchte ich mir das mal anschauen.
Wenn ich als erstes mal Restsauerstoffgehalt, Abgastemperatur und Holzfeuchte messe, müsste doch eine erste Einschätzung möglich sein, ob es am Kessel liegt? Ich meine, die Energie muss ja irgendwo hin: Entweder durch den Kamin, oder ins Heizungssystem.
Soviel schlechter wie ein Holzvergaser kann doch so ein neuer Naturzugkessel auch nicht sein, oder was meint Ihr dazu? Und welcher Restsauerstoffgehalt ist für einen Naturzugkessel normal?
Danke im Voraus!
Stefan
In erster Linie geht der Mehrverbrauch durch den Kamin, es ist schon ein Unterschied ob ich eine Abgastemperatur von ca.190°C(Vergaser) oder 290°C Naturzug habe. Die Werte solltest Du in der Dokumentatiom des Kessel finden die der Betreiber ja haben sollte.
Und es ist auch ein Unterschied, der auch im Holzverbrauch zu merken ist, ob ich einen Holzvergaser mit Wirkungsgrad 91% oder einen Naturzugkesssel mit 75% habe.
Gruß
Michael
… – Naturzugleistung für GSE 50 Vergaser — )*( — )/(—)|(—)/(—)-( — Kessel mit Naturkaminzug
—)*(= Gebläse) ….
—)/(= Belimo
—)|(= Naturkaminzug
—)/(= Hauptzugregler HONEYWELL FR 124
—)-(= Hauptzugregler HONEYWELL FR 124
…..
Feueresel 01.04. ????
Bernhard
Kessel 2: Oelkessel in Reserve nicht angeschlossen, bei 240m² u. 100m² Keller Hobby - nur mit DC-50-GSE u. 10m² Solarfläche inkl. Brauchwasser versorgt.
Regelung: Standard Festeinstellung: Primär Luftschieber ganz auf / Hartholz / Kiefer sek. Luft 2,0 Umd. auf. / Lüfter durchweg bei 45% | Belimo Drossel-klappe schließt bei >160°C | Abgas steigt 200 bis 230°C| KDT >88°C Lüfter aus | primär Kettenzugklappenanschlag schließt Anschlag 0mm bei >60°C Kessel VL| Kesselpumtentaktung in Gluthaltung-ein KDach >89,5 °C |aus < 88,5°C| = Abgas dann 150°C min / bei Lüfter an 180 bis 190°C max|bei Rest-Glut 100°C Abgas- bei Kessel Dach 85 bis 90°C = KT oben|K-Kreispumpe Stufe 1|Laddomat-Patrone >72°C öffnet
Puffervolumen: 2x1000 Puffer parallel direkt oben / unten Puffer zu Puffer ergibt sehr gute Temp. Schichtung 92/24°C | mit Solarschlange (für 5x2m² Platten) unten - | 1x800WW ..., manche Menschen benutzen ihre Intelligenz zum vereinfachen ... Wissen ist eine Holschuld !!
Hallo,
ich habe auch einen Naturzugkessel, den BK15 von ETA, und komme damit mit einem Abgastester und dem Lambdacheck auf einen gemessenen feuerrungstechnischen Wirkungsgrad von 88%
Sonnige Grüße Reiner
Hallo Stefan,
meese mal und poste die Werte. Ich denke man kann das grob abschätzen.
Wieviel qm beheizt er?
Gruß Manuel
Hallo Manuel,
wie oben schon erwähnt, heizt er ca. 150 m² Wohnfläche (120 m² auf einer Etage, oben noch 2 kleine Kinderzimmer).
Werde vermutlich kommenden Montag bei Ihm vorbeischauen und dann natürlich die Werte posten.
Stefan
Ups überlesen.
Gruß Manuel
Heute war ich beim Kollegen und hab mir seinen Kessel angesehen. Leider wollte er kein Loch für die Lambdasonde bohren, so konnte ich nur die Abgastemp. messen.
Anheizen:Nach dem Anheizen mit offener Anheizklappe war schnell mein Abgasthermometer überfordert: Die Temperatur stieg auf 500°C, dann zog ich es heraus und ließ die Klappe schließen (normal bleibt sie länger auf).
Verbrennung bei Normalbetrieb
Dann viel die Abgastemp. und pendelte sich zwischen 370 und 400° ein. Leider rutschte der Brennstoff schlecht nach. Wir merkten das, weil die Abgastemp. stark fiel. Nach herumstochern rutschte das Holz nach und die Temperatur stieg wieder.
Beim Betrieb kommt es ab und zu zu Verpuffungen. Der Zugbegrenzer war auf 0,25 mbar eingestellt. Der Besitzer musste am Abgasausgang des Kessels immer wieder eine Klappe schließen, wenn es zuviel wurde (Kessel wummerte).
Wasserseitig bei Normalbetrieb
Die Kesseltemperatur betrug 60°C
Der Vorlauf zeigte knapp über 60°, der Rücklauf 55° an.
Die Installation war wie bei meiner Anlage.
Änderungen
Habe die Kesseltemperatur erhöht, hatte dann 70°C. Dabei machte der Zugregler bis zur Anschlagschraube zu.
Die Abgasklappe am Kesselausgang habe ich ganz geöffnet, dafür den Zugbegrenzer gemäß Bedienungsanleitung auf ca. 0,13 mbar eingestellt.
Ergebnis:
Die Verpuffungen und das Wummern waren weg. Es fand nun ein gleichmäßiger Abbrand statt. Abgastemp aber immer noch bei 370° bis 400°C. 2,5 h nach Inbetriebnahme (ohne Abnahme) war der Puffer zur Hälfte von 30 auf 60° erhitzt. Das ist aber nur sehr grob geschätzt, da man ja nicht überall Temperaturfühler hat.
Der Kessel hat auch noch einen Sekundärluftregler. Was dieser, außer einer Leistungserhöhung, genau bewirkt, ist mir nicht klar.
Ich habe dem Besitzer noch gesagt, er soll sich ein Abgasthermometer besorgen, den Kessel reinigen, und vor allem schauen, ob die Anzeizklappe richtig sitzt.
Die hohe Abgastemp. kommt mir ungewöhnlich vor. Laut Bedienungsanleitung soll sie bei durchschnittlich 260° liegen.
Der Kollege war über die Verbesserung sehr erfreut, ich aber bleibe skeptisch. Was meint ihr?
Stefan
Hallo Stefan,
wie sieht es denn auf der Kaminseite aus? Die Abgastemperatur ist entschieden zu hoch.
Auch ein Zugbegrenzer regelt nicht alles aus. Drosselklappe in das Rauchrohr einbauen?
Wenn das alles nichts nutzt, bekommt die Verbrennung noch zu viel Luft.
Mehr fällt mir dazu derzeit nicht ein.
Grüße
wenn der kessel verpufft, dann haben sich zu viel Holzgase gebildet.
Also, Luft bis auf ein mimimum reduzieren, der kessel darf im abbrand nur leise säuseln.
Ich habe fast einen ganzen Winter gebraucht ehe ich die richtige Einstellung fand.
es ist aber auch abhängig von der Holzsorte und dem trocknungsgrad.
Je ruhiger der abbrand desto mehr Glutbildung und somit geringerer Holzverbrauch.
Der Kessel hat auch eine 3-Stufige Sekundärlufverstellung. Hier ein Prospekt von einem fast baugleichen Windhager Kessel:
![]()
Hoffe mal, diese funktioniert ähnlich wie bei einem Holzvergaser. Dann müsste sie bei größerer Primärluftzufuhr auch weiter geöffnet sein. Werde mal versuchen, sie in den ersten Stunden weiter zu öffnen (Stufe 2) und wenn der Feuerzugregler zumacht, wieder auf Stufe 1 zu schließen.
Jetzt, wo der Kessel ein paar Tage mit den neuen Einstellungen betrieben worden ist, teile ich die Ergebnisse mit, vielleicht braucht das ja jemand mal.
Verändert habe ich folgendes:
1. Kesseltemperatur durch höhere Einstellung der Rücklauftemperaturanhebung von 60° auf kanpp 70°C erhöht.
Da die Einstellung des Feuerzugreglers gleich blieb, schließst dieser früher.
2. Zugbegrenzer auf vorgeschriebene Einstellung gebracht. War voher zu hoch eingestellt und praktisch zu.
3. 3-Stufige Sekundärluftverstellung von 1 auf 2 geöffnet.
Fazit:
Der Kessel brennt viel ruhiger, füllt die Puffer schön und es bleibt länger ein Glutstock. Der Holzverbrauch ging merklich zurück.
Der Kollege ist sehr zufrieden. Vorher wollte er den Kessel schon rausschmeißen, jetzt heizt er gerne damit.
Wenn er das Abgasthermometer eingebaut hat wird er noch die Abgastemp. vor und nach der Reinigung messen. Bin gespannt, was das bringt. Das Reinigen wurde ihm übrigens auch vom HB falsch gezeigt. Erstmals hat er die Reinigungsklappe geöffnet. Vorher hatte er nur Teer im Brennraum entfernt.
Danke für die Hilfe.
Stefan
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