Fragen und AntwortenOberer Abbrand contra Holzvergaser
Handsaege antwortete vor 16 Jahren

Hallo aus dem schönen Pfälzer Wald,

gibt es Erfahrungswerte über den Minderverbrauch eines Holzvergasers gegenüber eines Holzkessels mit oberen Abbrand ?
Hintergrund meiner Frage: Seit Anfang 2001 läuft bei uns ein Atmos Ferro Turbo FH 15 / 750 Liter Puffer, der zusammen mit 10 qm Solar und einem 1,5 t Grundofen unser Wohnblockhaus mit Wärme/Warmwasser versorgt.
Nun könnte ich von einem Bekannten einen Atmos Sieger Naturzugvergaser 14,9 kw für wenig Geld übernehmen, der sich für ein Blockheizkraftwerk entschieden hat.
Aufgrund der nahezu identischen Abmaße wäre ein Einbau ohne größeren Aufwand zu bewerkstelligen.
Lohnt sich ein Tausch der Kessel einzig aus der Sicht einer möglichen (deutlichen) Holzersparnis ?
Obwohl ich die Arbeit im Wald liebe, wird sie doch mit den Jahren immer etwas beschwerlicher……
Brennholz kostet mich fast nichts, da ich meinen eigenen Wald direkt hinter unserem Haus habe, und auch die angrenzenden Waldgrundstücke durchforsten kann.

Gruß
Gerhard



22 Antworten
wong antwortete vor 16 Jahren
Handsaege:
Seit Anfang 2001 läuft bei uns ein Atmos Ferro Turbo FH 15 / 750 Liter Puffer, der zusammen mit 10 qm Solar und einem 1,5 t Grundofen unser Wohnblockhaus mit Wärme/Warmwasser versorgt.

Hallo Gerhard,
sei Herzlich gegrüßt, leider fehlen mir die Fachkenntnisse um Dir auf Deine Frage antworten zu wollen/können.

Doch was mich verwundert sind die „750 Liter“ Pufferspeicher.

Und die Solaranlage füttert die dann auch noch?

Verstehe ich das richtig,… Dein Kessel hat 15kw?
Und Du beheizt damit wie viel m²?
Wie oft musst Du bei ca. 0*C nach legen, an einem Tag?

Grüße
Wong

————————————————————–

yussuf antwortete vor 16 Jahren

Ich verstehe das nicht. Das sind doch beides Vergaser mit unterem Abbrand? Die sind doch auch beide im Prinzip von Atmos, da klebt doch nur ein anderes Etikett vom Importeur drauf? Du sagst der Sieger wäre Naturzug, der den du jetzt betreibst aber doch auch, oder nicht?

manter antwortete vor 16 Jahren
Ich verstehe das nicht. Das sind doch beides Vergaser mit unterem Abbrand? Die sind doch auch beide im Prinzip von Atmos, da klebt doch nur ein anderes Etikett vom Importeur drauf? Du sagst der Sieger wäre Naturzug, der den du jetzt betreibst aber doch auch, oder nicht?

Sehe ich genauso. Aber um ganz sicher zu gehen:
Hat dein Kessel unten auch eine Tür?

Gruß Manuel

Handsaege antwortete vor 16 Jahren

Jetzt muss ich wohl etwas weiter ausholen:

Der zentral stehende Grundofen heizt bei offener Bauweise nahezu das gesamte Blockhaus (1 1/2 Stockwerke,135 qm, offenes Treppenhaus), der Holzkessel die im UG liegende Einliegerwohnung (45 qm) sowie die beiden Bäder/Kinderzimmer im Blockhaus.
Der Verbrauch des Grundofens liegt bei ca. 0 Grad bei ca. 25-30 KG Brennholz (= 1 Füllung morgens und abends),der Heizkessel schluckt da schon etwa die doppelte Menge (auch je eine Füllung morgens und abends.
Ab Temperaturen unter -10 Grad brennen Kachelofen und Holzkessel durch, das ist kein Problem, da innerhalb der Abbrandintervalle eigentlich immer jemand da ist, um nachzuschüren.
Aus Platzgründen kann derzeit nicht mehr Puffervolumen bzw. ein „größerer“ Heizkessel Verwendung finden, da sich Waschmaschine/Trockner/Bügelbrett auch noch im Raum befinden.
Die thermische Solaranlage versorgt uns von März bis Oktober mit Warmwasser, im Winter ist der Ertrag nicht nennenswert.

Der Atmos Ferro ist defintiv kein Vergaser, da sich unter dem vorhandenen Düsenschlitz ein Aschekasten (!) befindet und das halbrunde Formteil, in das die Vergaserflamme hineinbrennt, sich oberhalb des Feuerraumes befindet.
Brennholz wird also bis zur Unterkante Feuerungstür eingeschichtet, 1 Anzünder und etwas Kleinholz drauf, und der Kessel brennt je nach Holzart bis zu 3-4 Stunden, verwertbare Gluthaltung dann nochmals 1-3 Stunden.
Die Abgase werden durch das Formteil nach oben zum Rauchgasstutzen geführt.
Die Problematik beim Atmos Ferro ist die, dass sehr hohe Abgastemperaturen entstehen und ich damit etliches an Energie ungenutzt durch den Schornstein jage.
Bei rauchfreiem Abbrand sind das schon mal 400-500 Grad, was der Kessel aber bislang klaglos verkraftet hat (da sage mal einer noch was über Ostschrott….)

Von dem Atmos Sieger Holzvergaser verspreche ich mir niedrigere Abgastemperaturen beim Abbrand und damit eine effizientere Verwertung des Brennholzes, was doch zu einem Minderverbrauch führen sollte, oder liege ich da verkehrt ?

Ein Tausch der Kessel ist wiegesagt nur ein Thema, wenn eine deutliche Brennholzersparnis zu verzeichnen wäre, ansonsten lohnt der Aufwand wohl nicht.
Ist der Atmos Ferro mal am Ende, muss ich mir dann weiterführende Gedanken machen. Dann wird wohl der gesamte Heizraum/die Heizanlage neu gestaltet werden.

Gruß
Gerhard

Handsaege antwortete vor 16 Jahren

Zur Ergänzung: Der Atmos Ferro hat unten k e i n e Tür !

Gruß
Gerhard

manter antwortete vor 16 Jahren

Ok, er wird das Gegenstück zu D15 haben.
Das ist der sagenumwobene Halbvergaserkessel.

Ich dachte der Ferro wäre das Gegenstück zum DC15E.
Sah auf der Seite so aus.

Wegen der Ersparnis müsste man mal nachrechnen. Laut den Atmosdaten sinds grob 10%. Ich denke das ist realistisch.
Wenn du wirklich 400-500 Grad zum Schornstein rausjagst
sollte das klappen. Vielleicht sogar 15%, aber da du ja schon mit Puffer arbeitest, kann ich mir das nicht vorstellen.

Kann jemand mal Grob angeben, was 200 Grad Abgas weniger ganz grob an mehr Wirkungsgrad bringen?
Wie wir ja gesehen haben ist das ja scheinbar ne Wissenschaft für sich.

Gruß Manuel

manter antwortete vor 16 Jahren

Kriegst du das Teil quasi geschenkt?

Ansonsten lohnt es sich wohl nicht. Dann lieber sofort zu 18s oder so greifen oder den alten stehen lassen. Die haben ein Saugzuggebläse und kosten nicht viel.

Gruß Manuel

Handsaege antwortete vor 16 Jahren

Der Atmos Sieger war von Febr.-Nov. in Betrieb und soll um die 600 Euro kosten. Da dieser Kessel einen sehr einfachen Rauchzug hat, der sich von oben und von vorne reinigen lässt, ist das derzeit die einzige Alternative zu meinem Ferro.
Kessel mit seitlichen Reinigungsöffnungen sind außen vor, da bauseits alles sehr eng zugeht und ich mich nicht zum Typ Schlangenmensch zähle…
Ich dachte eigentlich, ich könnte durch den Umstieg 1/4 Holz einsparen, was ja schon ein paar Ster wären.

Gruß
Gerhard

Klaus_S antwortete vor 16 Jahren
manter:
Ok, er wird das Gegenstück zu D15 haben.
Das ist der sagenumwobene Halbvergaserkessel.

I
Wegen der Ersparnis müsste man mal nachrechnen. Laut den Atmosdaten sinds grob 10%. Ich denke das ist realistisch.
Wenn du wirklich 400-500 Grad zum Schornstein rausjagst
sollte das klappen. Vielleicht sogar 15%, aber da du ja schon mit Puffer arbeitest, kann ich mir das nicht vorstellen.

Kann jemand mal Grob angeben, was 200 Grad Abgas weniger ganz grob an mehr Wirkungsgrad bringen?
Wie wir ja gesehen haben ist das ja scheinbar ne Wissenschaft für sich.

Gruß Manuel

Hallo,

die 400-500 Grad sind beim D15 realistisch, mit Zugbegrenzer geschlossener Drosselklappe und 3 Ketten die quer über dem Dom liegen bekommt man aber auch stabil 300 Grad hin.

manter antwortete vor 16 Jahren

Und vergiß die neue Erstmessung nicht, wenn du tauschst sind auch nochmal 150 Okken.
Aber der Preis ist gut.

Aber sieh dir mal den Thread von Klaus_S an. bei 300 Grad Abgastemperatur werden mehr als 10% Einsparung immer unrealistischer.

Gruß Manuel

Handsaege antwortete vor 16 Jahren

Hallo Klaus_S,

3 Ketten über´m Dom ??? Klär mich mal bitte auf (vielleicht mit Foto ?) – bewirkt das eine Verlangsamung der Rauchgase ?

Gruß
Gerhard

Klaus_S antwortete vor 16 Jahren
Handsaege:
Hallo Klaus_S,

3 Ketten über´m Dom ??? Klär mich mal bitte auf (vielleicht mit Foto ?) – bewirkt das eine Verlangsamung der Rauchgase ?

Gruß
Gerhard

Hallo,

da helfen wohl alle Maßnahmen zusammen.

Im Abbrand habe ich eine Kesselwassertemp. von 90°, Verbaut ist ein Termovar mit 72°.

Der Vergaser hätte aber den Vorteil das man während den Abbrand nachlegen kann, den Naturzug muss man komplett ausbrennen lassen sonst qualmt es wenn man nachlegt.

Da der Dom etwas Luft nach oben hat habe ich mit Flacheisen unterlegt.

Hier die 3 Ketten die quer drüber liegen, fixiert habe ich mit Zugstangen.

Und hier noch die Nebenluftklappe im Abgasrohr.

Handsaege antwortete vor 16 Jahren

Hallo Klaus_S,

vielen Dank für die Bilder – diese Maßnahmen sind ja genial einfach und ohne großen Kostenaufwand zu verwirklichen.
Das wäre mal noch einen Versuch wert.
Gab´s dadurch eine merkliche Brennholzeinsparung und wie sieht eigentlich bei 300 Grad die Rauchfahne aus, die den Kamin verläßt ?
Bringen deine Maßnahmen einen erhöhten Reinigungsaufwand mit sich (vermehrt Asche auf dem Dom) ?
Gruß
Gerhard

Klaus_S antwortete vor 16 Jahren
Handsaege:
Hallo Klaus_S,

vielen Dank für die Bilder – diese Maßnahmen sind ja genial einfach und ohne großen Kostenaufwand zu verwirklichen.
Das wäre mal noch einen Versuch wert.
Gab´s dadurch eine merkliche Brennholzeinsparung und wie sieht eigentlich bei 300 Grad die Rauchfahne aus, die den Kamin verläßt ?
Bringen deine Maßnahmen einen erhöhten Reinigungsaufwand mit sich (vermehrt Asche auf dem Dom) ?
Gruß
Gerhard

Hallo,

eine Rauchfahne ist nicht oder fast nicht zu sehen.
Der Abbrand ist sehr sauber.

Reinigung ca. 1x pro Monat, wenn ich täglich 1x anheize (Buche).
Wenn die Abgastemperatur hoch geht auf 320-340° muss man putzen.

Die Lösung mit den Bremsen ist ja nichts neues, früher (vor 20-30 Jahren) hat man einen Backstein ins Abgasrohr gestellt um den Zug zu reduzieren, hat auch funktioniert.

Das schöne an dem jetztigen Zustand ist auch das ich rein gar nicht nachregulieren muss, der Kessel wird einfach Rand voll mit Holz bestückt und von oben angezündet, Tür zu und fertig.
Alle Einstellungen bleiben unverändert stehen.
Auch die Abgasklappe ist komplett geschlossen und bleibt auch zu.
Der Feuerzugregler steht auch auf max. bei 90° Kesselwasser ist die Klappe noch ca. 2cm offen.

jupdida antwortete vor 16 Jahren

ei das ist ja Interessant,
genauso sieht mein Keramikteil oben im D20P aus.
Da war ich auch schon am Überlegen wie ich da ne „Abgasbremse“ bauen soll, das hat sich jetzt erledigt, ich geh jetzt Ketten kaufen und mach das wie bei dir!

Handsaege antwortete vor 16 Jahren

So, da niemand eine wissenschaftlich begründete Abhandlung über die mögliche Brennstoffersparnis gepostet hat, gehe ich mal von der 10% Schätzung aus.
Das wären dann ca. 2 Ster per anno. Nicht wirklich viel, aber da der Naturzugvergaser fast neu und preisgünstig ist, wage ich den Versuch. Falls ich nicht zufrieden bin, kann ich ja auf meinen alten Ferro zurückgreifen und das Klaus_S-Tuning anwenden.
Erfahrungsbericht folgt….
Gruß
Gerhard

Hartmut antwortete vor 16 Jahren
Handsaege:
So, da niemand eine wissenschaftlich begründete Abhandlung über die mögliche Brennstoffersparnis gepostet hat, gehe ich mal von der 10% Schätzung aus.

Gruß
Gerhard

jepp gerhard,
die große ersparnis wirds nicht bringen, auf jedenfall ist der sturzbrandkessel die etwas bessere methode holz zu verbrennen.

So, da niemand eine wissenschaftlich begründete Abhandlung über die mögliche Brennstoffersparnis gepostet hat, gehe ich mal von der 10% Schätzung aus.

Hartmut antwortete vor 16 Jahren
jupdida:
ei das ist ja Interessant,
genauso sieht mein Keramikteil oben im D20P aus.
Da war ich auch schon am Überlegen wie ich da ne „Abgasbremse“ bauen soll, das hat sich jetzt erledigt, ich geh jetzt Ketten kaufen und mach das wie bei dir!

hallo jupdida

brauchst keine ketten kaufen! hast nicht die rauchgasbremsen in deinen 3 rohrwärmetauscher drin?

jupdida antwortete vor 16 Jahren
Hartmut:

hallo jupdida

brauchst keine ketten kaufen! hast nicht die rauchgasbremsen in deinen 3 rohrwärmetauscher drin?

doch, aber ich würd gern versuchen meine Abgase noch etwas zu verlangsamen, die 3 grossen Röhren sind nicht wirklich optimal, die hätten besser 16 kleine da reingebaut!

Ich hab 160° Abgas lt. Thermometer seit ich den IWABO auf ca. 15-16 Kw gestellt hab, das ist mir zu hoch!

Hartmut antwortete vor 16 Jahren
jupdida:

Hartmut:

hallo jupdida

Ich hab 160° Abgas lt. Thermometer seit ich den IWABO auf ca. 15-16 Kw gestellt hab, das ist mir zu hoch!

mach kein quatsch, was hast du für einen schornstein.
160° ist mehr als optimal!

jupdida antwortete vor 16 Jahren
Hartmut:

mach kein quatsch, was hast du für einen schornstein.
160° ist mehr als optimal!

ich hab nen 150er V2A Aussenkamin, 7,3 m höhe plus 1m höhe im Haus

In der Originaleinstellung des IWABO (9Kw) hatte ich 140° Rauchgastemp.
da wollte ich eig. wieder hin!

Handsaege antwortete vor 16 Jahren

Kann jemand mal Grob angeben, was 200 Grad Abgas weniger ganz grob an mehr Wirkungsgrad bringen?
Wie wir ja gesehen haben ist das ja scheinbar ne Wissenschaft für sich.

Gruß Manuel

Zufällig entdeckt in einem alten Lopper-Prospekt:

Nach DIN 4702 besteht pro 17 Grad Abgastemeperatur ein Wirkungsgradverlust von 1 % !
Das heißt, wenn ich mich bemühe und die Abgastemperatur um 300 Grad halte(was machbar ist), wäre dies ein rechnerischer Verlust von knapp 6 % gegenüber einem Kessel, der mit 200 Grad Abgas fährt.
Damit lohnt der Aufwand gegen einen Atmos-Naturzugvergaser zu tauschen um Brennstoff zu sparen in meinen Augen nicht, zumal ich nach einer Knie-OP habe auch den 22.03.10 untätig verstreichen lassen müssen.
Also bleibt der legendäre Halbvergaser drin, bis er in die Knie geht, dann sehen wir weiter.
Orkan Xynthia hat mir genug neues Brennholz direkt hinterm Haus bereitgestellt, da kommt´s auf ein paar Wirkungsgrad nicht an….
Gruß
Handsaege