Fragen und AntwortenÜberprüfung Hydraulikplan
Micha antwortete vor 14 Jahren

Hallo Zusammen,
bin mehr durch Zufall zu einem „Holzvergaserinteressenten“ geworden. Meine Lebensgefährtin besitzt ein Haus mit einem AtmosDC30GSE Holzvergaser mit einem 1000 l Kombispeicher mit Wärmetauscher und 2×1000 l Pufferspeicher. Zum Heizen des Hauses mit knapp 200 qm und zum Erwärmen des Brauchwassers funktioniert die Heizung seit 5 Jahren im allgemeinen ganz gut, jedoch bisher ohne Nutzung der 2 zusätzlichen Pufferspeicher. Die beiden scheinen nach dem jetzigen Anschlussschema mehr als Brackwasserbehälter zu dienen. Der Installateur scheint damals auch nicht ganz soviel (um nicht zu sagen gar keine) Erfahrungen mit Pufferspeichern gehabt zu haben. Meines Erachtens hat er die Anlage nach dem Hydraulikplan von Atmos angeschlossen, aber durch den Bogen des Warmwasserrohres die Schwerkraftzirkulierung des Wassers außer Kraft gesetzt, warmes Wasser gelangt nicht in die beiden hinteren Speicher.
Die Bögen des Kaltwasserrücklaufes sind zwar auch fragwürdig, scheinen aber soweit zu funktionieren.
Ich würde mich freuen wenn ihr euch den Hydraulikplan mal anschaut und ein paar Tipps zur Verbesserung mir geben könntet. Ich würde sagen, durch die Einbindung eines horizontalen Kupferrohres von Pufferspeicher 1-3 würden die beiden anderen Speicher wieder funktionieren?!

Plan: http://up.picr.de/9167572tnc.pdf

Vielen Dank!



7 Antworten
Micha antwortete vor 14 Jahren

Hallo Alex,
auf den ersten Blick kann ich da keine wirkliche Logik erkennen. Funktionieren dürfte es aber tatsächlich nicht.

Das einfachste wäre eine Reihenschaltung, vorne der Kombispeicher, danach die beiden anderen hintereinander (Kombi unten-> Puffer2 oben; Puffer 2 unten-> Puffer 3 oben; Puffer 3 unten->Rücklauf aus Heizung.
Einziger Nachteil in diesem Fall: Wenn im Sommer nur Warmwassser gebraucht wird, darf man nur den Kombispeicher aufheizen. Starke Warmwasserentnahme kann zur Durchmischung des Kombispeichers führen.
Würde es aber wohl trotzdem so machen, alles andere ist sehr aufwändig und Solar ist nicht mit im Spiel, sonst wäre es noch viel komplizierter.

Micha

Olaf62 antwortete vor 14 Jahren

Hallo Alex,

wenn ein Laddomat verbaut ist, ist gemäß Dokumentation des Herstellers folgendes einzuhalten:

Puffer parallel schalten. Allerdings muss die Verrohrung zwischen den Puffern waagerecht sein, damit alle Puffer gleichmäßig geladen werden. Der Vorlauf darf keine Bögen nach unten und der Rücklauf keine Bögen nach oben machen (warmes Wasser will nicht nach unten, kaltes nicht nach oben).

Auch die Verrohrung zwischen Puffer und dem Laddomaten / Kessel darf am Rücklauf nicht nach oben (z.B. unter die Decke und wieder zurück)verlaufen. Die Verrrohrung des Vorlaufs darf dagegen nicht nach unten über den Fußboden erfolgen.

Die Heizung darf nicht zwischen Kessel und Puffer abgegeriffen werden. Der Vorlauf zur Heizung muss direkt am Puffer angeschlossen werden. Grund ist die interne Rückschlagklappe im Laddomaten für die Schwerkraftzirkulation. Es besteht die Gefahr, dass ein Teil des Heizungswassers vom Laddomat-Rücklauf zum Laddomat-Vorlauf fließt statt durch den Pufferspeicher. Der Laddomat wäre dann parallel zum Puffer geschaltet.

Grüße

Olaf

claus_kriews antwortete vor 14 Jahren

Hallo Alex21,

wie du schon sagtes, der Hydraulikplan hat schon eine ganze Zeit funktioniert. Da du aber meinst, das zwei der Puffer nur „Brackwasser“ führen, folgendes:

Um das zu beweisen, mußt du beim Aufladen der Puffer erstmal sicherstellen, dass die Temperaturen T1 bis T3 sich gleichmäßig aufladen. Dazu müssen natürlich entsprechende Temperaturanzeigen vorhanden sein, da sonst die Pufferladung nicht beurteilt werden kann!

Die gleichmäßige Aufladung der Puffer kann durch die Absperrventile-Ventile 1 – 4 eingestellt werden.

Die Pufferladung muß erstmal beobachtet werden, da jede Rohrveränderung ( auch diese scheinbar unglückliche Rohrverlegung ) letztändlich Geld kostet, was meiner Meinung nach in diesem Fall nicht nötig ist.

Das das Kesselsicherheitsventil 6 – 10 bar hat verwundert mich, da in der Regel der Nenndruck des HV’s und der Pufferspeicher bei 3 bar liegen.

Meiner Meinung nach hat der HB den Hydraulikplan so ausgelegt, dass nach Abschalten des HV’s die Restwärmenutzung nur in den Warmwasser-Pufferspeichers geht, natürlich nur dann, wenn die Puffer nicht ganz voll geladen werden.

Also erstmal die Pufferaufladung überprüfen und ggf. einstellen, bevor etwas geändert wird.

Das kostet natürlich Zeit!

Melde dich nach der Überprüfung mal wieder!

Mit freundlichen Grüssen

Claus_Kriews

Alex21 antwortete vor 14 Jahren

Vielen Dank für Eure Antworten, die mir doch schon etwas weitergeholfen haben.

Also ich hatte natürlich im Vorfeld schon per Temperaturüberwachungen an den Thermometern T1 bis T3 die gute Schichtung im ersten Speicher (T1 90 Grad- T2 65 Grad) beobachten können. Die Temperatur im 2. und 3. Speicher ging auch durch „spielen“ an den Absperrventilen nicht über 45 Grad hinaus.

Die Vermutung das es an der fehlenden waagerechten Befüllung der Speicher liegt hatte ich ja auch schon und es wurde mir auch immer mit einen Griff an die unisolierten Kupferrohre bestätigt, das egal ob die Umwälzpumpe an war, das warme Wasser nicht zu den beiden anderen Speichern kam.
Ich denke nach der jetzigen Heizperiode werden wir einen kleinen Umbau in Angriff nehmen.
Da bei uns ein Ladomat integriert ist und der Umbau am einfachsten bei einer Parallelschaltung ist, werden wir bei dieser auch bleiben.
Zum Glück ist der Rücklauf zwar mit einer vielleicht unnötigen Schleife behaftet, aber immerhin fließt da das Wasser waagerecht (flußabwärts) Richtung Holzvergaser.

Einen neuen Plan mit der vorgesehenen Änderung hänge ich mal ran.

Gruß Alex

http://up.picr.de/9174903zmj.pdf

claus_kriews antwortete vor 14 Jahren

Hallo Alex21,

Bevor du die Änderung vornimmst, mach doch mal folgendes:

Schließe doch mal das Ventil für den Warmwasserpuffer ganz und drehe dann das Ventil nur etwas auf. Alle andern auf voll Auf stellen. Dann beobachte die Ladung der Puffer!

Läd sich nun der erste Puffer ungleich auf, so drehst du das Ventil des ersten Puffers während der Aufladung nur eine Tick weiter auf.

Dann wiederum beobachtest du das Ladeverhalten der Puffer erneut! usw.

Bringt das nicht den gewünschten Erfolg oder ist es für dich zu kompliziert zum Einstellen, würde ich die Puffer in Reihe schalten!

Dann wird zwangsweise erst der erste Puffer, dann der zweite und zuletzt der dritte Puffer aufgeladen.

Anmerkung : Da ihr ja 200 m2 beheizt wird es warscheinlich so sein, dass mehrere Holz-Füllungen verbraucht werden müssen um die Puffer bei gleichzeitiger Warmwasser- und Heizungsabnahme aufzuladen!

Ich muß bei meiner( für 115 m2 ) Anlage 40 – 45 Kg Holz verheizen, bei +8-9°C Außentemperatur, um dann nach Ablauf von 2 Tagen erneut 10 – 12 Stunden in einem Stück zu heizen (bei gleichzeitigem Heizungs-und Warmwsserbetrieb).

Bei euch, schätze ich, müßte die Nachladezeit bei voll aufgeladenen Puffern max. 1 Tag betragen. Auch müsste eure Brennzeit länger sein!

Mit freundlichen Grüssen

Claus_Kriews

MadDarkStar antwortete vor 14 Jahren

Eine Idee hab ich noch:
Guck mal, ob die beiden Pufferspeicher richtig entlüftet sind. Möglicherweise hat sich da irgendwo eine größere Blase gebildet.

Ansonsten: Reihenschaltung und eine nicht optimale Rohrführung funktionieren auch beim Laddomat 21. Allerdings hast du dann bei Stromausfall keine Schwerkraftzirkulation mehr. Ich bin bei meiner Anlage direkt hinterm Laddomat mit dem Rücklauf 2m hoch an die Decke in den nächsten Raum.

Micha antwortete vor 14 Jahren

Stimmt, ist auch mit dem Laddomat kein Problem eine Reihenschaltung zu bauen.
Schwerkraftzirkulation halte ich für unnötig, dient teilweise in anderen Ländern als Sicherheitsfunktion. In Deutschland nicht, da hierfür eine thermische Ablaufsicherung einzubauen ist. Mit dem Wasserverbrauch kann man leben, so oft fällt der Strom nicht aus (und läuft auch noch zufällig der Kessel).

Die Vorteile vo Reihenschaltungen und brauchbarer Laitungsführung überwegen aus meiner Sicht deutlich.
Abgesehen davon, dass es zum Laddomat auch sehr gute Alternativen gibt.

Micha