Fragen und AntwortenUmbau Atmos 22 GSE Flammtronik
Kunifer antwortete vor 12 Jahren

Ich habe einen Atmos DC22 GSE seit ein paar Jahren in Betrieb.
Ich habe immer gedacht, der Atmos läuft so wie er soll. Zur Anfangseinstellung von Primär- und Sekundärluft habe ich mir den Messkoffer meines Kaminkehrers ausgeliehen und ein bisschen experimentiert.
Im heurigen Frühjahr habe ich im Internet verschiedene Foren durchstöbert und bin dann auf einige Umbauten von Atmos Kesseln gestoßen. Dann habe ich auch noch die „Flammtronik“ entdeckt.
Früher lief mein Atmos in der Regel immer mit Abgastemperaturen von gut 210 bis 230 Grad und ich habe mir nichts dabei gedacht. Mein Kaminkehrer hat zwar immer bei der Erwähnung von „Atmos“ etwas die Augen verdreht und auf die hohen Abgastemperaturen bei mir und anderen Atmos Kesseln in seinem Gebiet hingewiesen.

Manchmal „lief der Kessel ganz wild“ und im Kamin hat es eine Zeitlang so richtig „gewummert“. Grund: Wahrscheinlich zu wenig Restsauerstoff und zu hohe Abgastemperatur.

Ich habe dann im heurigen Sommer Konrad Achberger (Such nach Atmos Umbau Konrad Achberger im Internet) besucht, der zufällig ganz in meiner Nähe wohnt. Er hat auch einen Atmos DC22 GSE.

Ich habe seinen Umbau nachgemacht und Primär- und Sekundärluft „sauber getrennt“. Jetzt habe ich mechanische Klappen mit Belimo-Stellmotoren.

Als Regelung habe ich mir eine „Flammtronik“ mit Lambdasonde (Messung Restsauerstoff) zugelegt.

Der Abbrand ist nun „gut im Griff“, kein „Wummern“ mehr. Die AGT musste ich auf 174 Grad in der Flammtronik begrenzen, weil bei mir sonst die Kesseltemperatur in Richtung 90 Grad geht. Ich denke, bei meinem System ist der Laddomat21 ein „Flaschenhals“. Ich bring einfach die Energie nicht vom Kessel in den Puffer. Ich lass die Kesselpumpe auf Stufe 3 laufen und es reicht dennoch nicht, die Energie abzuführen. Vielleicht ist es aber auch der „kleine“ Volumenstromgeber (Technische Alternative VSG 1,5) zur Wärmemengenmessung, der hier bremst.

Ich werde demnächst einen Mischer als Rücklaufanhebungsregelung einbauen. Eine UVR 1611 von der „Technischen Alternative“ zum Regeln des Mischers besitze ich bereits. Dann kann ich wahrscheinlich auch die Begrenzung der Abgastemperatur etwas erhöhen. Das ist notwendig, weil ich einen alten gemauerten Kamin mit rund 10m Höhe habe und keine „Versottung“ brauchen kann.

Während ich das schreibe, läuft gerade der 10. Probeabbrand mit dem umgebauten Atmos Kessel.

Die Flammtronik besitzt einen USB-Ausgang und ich kann mit Hilfe einer Visualisierungssoftware am Laptop den Abbrand und die Veränderung von Primär- und Sekundärlufteinstellung, dem Restsauerstoff und ein paar Temperaturwerte verfolgen. Die Flammtronik regelt so, dass sie versucht, die AGT konstant und den Restsauerstoffwert in einem vernünftigen Bereich halten kann.

Gerade die Änderungen bei den Primär- und Sekundärluftwerten der Flammtronik in der „Anheiz- und in der „Heizphase“ bestätigen mir die Zweckmäßigkeit des Umbaus. Eine fixe Einstellung der Primär- und Sekundärluft mit Schrauben an einem Schieber ist nicht mehr „Stand der Technik“.

Als positiver Aspekt der „geregelten“ Verbrennung hat sich zudem gezeigt, dass ich deutlich weniger Holz brauche, um den Puffer zu laden.
Der Umbau hat mich einige Euros gekostet. Die Anschaffung des Atmos Kessels ist damit aber immer noch um einiges günstiger als bei einem Herz-, Fröling oder bei einem anderen „modernen“ Kessel.

Nachsatz: Von Konrad Achberger habe ich auch einen passenden „Düsenschutz“ aus Edelstahl bekommen. Er sitzt da wohl irgendwo an einer Quelle.

Vielleicht macht die Fa. Atmos diese „Verbesserungen“ zum eigenen Programm.



6 Antworten
fjko antwortete vor 12 Jahren
mmachnik:

Der Abbrand ist nun „gut im Griff“, kein „Wummern“ mehr. Die AGT musste ich auf 174 Grad in der Flammtronik begrenzen, weil bei mir sonst die Kesseltemperatur in Richtung 90 Grad geht. Ich denke, bei meinem System ist der Laddomat21 ein „Flaschenhals“. Ich bring einfach die Energie nicht vom Kessel in den Puffer. Ich lass die Kesselpumpe auf Stufe 3 laufen und es reicht dennoch nicht, die Energie abzuführen. Vielleicht ist es aber auch der „kleine“ Volumenstromgeber (Technische Alternative VSG 1,5) zur Wärmemengenmessung, der hier bremst.

Es ist wohl eher die Verrohrung HV-Puffer die da wohl zu klein ausgelegt wurde.
Andere Heizer benützen auch den Laddomat und die haben größere Kessel wie du.

mmachnik:

Vielleicht macht die Fa. Atmos diese „Verbesserungen“ zum eigenen Programm.

Der war gut

mmachnik antwortete vor 12 Jahren

Die Verrohrung HV – Puffer ist meiner Ansicht nach ausreichend dimensioniert.
Auf deinen Hinweis hin, denke ich, dass der „Flaschenhals“ wohl beim Volumenstromgeber der Technischen Alternative zur Wärmemengenmessung liegt und nicht am Laddomat 21. Das Teil ist eigentlich für Solaranlagen gedacht und nicht für HV-Kessel. Der Querschnitt ist dementsprechend klein.

Ich werde mich morgen einmal bei der Technische Alternative erkundigen, ob es da nicht etwas mit größerem Querschnitt gibt, das zur UVR 1611 passt.

fjko antwortete vor 12 Jahren
mmachnik:
Die Verrohrung HV – Puffer ist meiner Ansicht nach ausreichend dimensioniert.

moin

wie groß ist bei dir ausreichend

Auch andere User haben einen WMZ mit QN 1,5

Sag mal wie groß deine Verrohrung HV-Puffer ist. Oder wie lange ist deine Leitung HV-Puffer und wie viele 90° Bögen sind darin verbaut

humuralt antwortete vor 12 Jahren

Habe mit Interesse die Diskussionen verfolgt. Frage, wo kann ich eine Flammtronik kaufen?

fjko antwortete vor 12 Jahren

hi

hier kannst du die FT kaufen

Kunifer antwortete vor 12 Jahren

Also ich habe die flammtronik nicht nötig für einen gut geregelten Abbrand.
Die sekundäluft regelt sich bei mir mit Lambdacheck vom selben hersteller wie die Flammtronik nur preisgünstiger. Über Stellmotor und eine vergaserdrosselklappe.
Die Primärluft regelt der Lüfter über die ST81 z-Pid und eine federbelastete Klappe.
Funktioniert super und kostet weit weniger.
Ich bin der Meinung mit einer ST81 z-Pid ist ein Atmos richtig geregelt diese Primitivregelung ist abschreckend und der Grund weshalb ich von Atmos abgesprungen bin.

Ralf